Kopfnoten, nein danke!

Am 18.01.2008 war es endlich soweit: Zum ersten Mal nach über 30 Jahren erhielten die Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen wieder Kopfnoten auf ihren Zeugnissen. Diese bewerten das Arbeits- und Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler wie Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sorgfalt, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit.

Die Duisburger JUSOS halten Kopfnoten für absoluten Unfug. Die Kopfnoten sind subjektive Einschätzungen der Lehrerinnen und Lehrer und letztendlich sind sie in den höheren Klassen das Ergebnis eines durch lange und breite Diskussion geführten Konsens. Viele Schulen vergeben aber auch nur pauschale Kopfnoten, weil sich im Lehrerkollegium nicht auf eine Note geeinigt werden kann oder sie sich einen langen Diskussionsprozess ersparen wollen. „Auf einer solchen Grundlage können keine Noten vergeben werden“, meint Jacqueline Hylas, Vorstandsmitglied der Duisburger JUSOS.

Die JUSOS stellen sich auch die Frage, wie die Schulen den Unterrichtsausfall, der nun regelmäßig durch die Vergabe der Kopfnoten entstehen wird, kompensieren sollen. „Wenn Schulen teilweise einen ganzen Tag, benötigen, um die Kopfnoten für eine einzelne Klasse festzulegen, kann man sich ja ganz einfach ausrechnen wie viele Unterrichtsstunden ausfallen müssen, um die Klassen einer ganzen Schule zu bewerten. Dabei trat die die schwarz-gelbe Landesregierung einst mit dem Versprechen an, den hohen Unterrichtsausfall bekämpfen zu wollen. Dies ist wohl nun vom Tisch. Hier zeigt sich wieder einmal die paradoxe Handlungsweise der von CDU und FDP gestellten Landesregierung“, so Jacqueline Hylas weiter.

Aber nicht nur im schulischen Alltag bringen Kopfnoten Nachteile mit sich. Wenn junge Menschen sich auf eine Lehrstelle bewerben, werden die Kopfnoten zukünftig mit darüber entscheiden, ob sich Betriebe, für einen Bewerber entscheiden oder gegen ihn. Wenn jemand in der Schule aus irgendwelchen Gründen bzw. aus subjektiver Sicht der Lehrer, z.B. nicht teamfähig war und dies auf dem Zeugnis vermerkt wird, werden viele Unternehmen solche Bewerber nicht einstellen. „Somit können sich die sehr subjektiven Kopfnoten äußerst negativ auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz auswirken“, so Benedikt Falszewski, Vorsitzender der Duisburger JUSOS.

Die Duisburger JUSOS fordern deshalb eine schnelle und dauerhafte Abschaffung der Kopfnoten. „Schulleistungen, die nicht objektiv bewertet werden können, haben auf Zeugnissen nichts zu suchen“, erklärt Benedikt Falszewski, weiter.