Duisburger JUSOS fordern den Erhalt des Bochumer Nokia-Werkes

Vor knapp zwei Wochen gab der Nokia-Konzern die Schließung seines Bochumer Werkes und die Verlagerung der Arbeitsplätze ins rumänische Cluj bekannt.
Der Konzern begründete dies mit den zu hohen Lohnkosten in Deutschland und dem globalem Wettbewerbsdruck. Dabei hatte der finnische Konzern doch in der vergangenen Woche einen Rekordgewinn verkündet. „Nach der BenQ-Pleite im Vorjahr, droht schon wieder vielen Beschäftigten in der Region der Arbeitsplatzverlust. Hier zeigt sich die reine Profitgier des Nokia-Konzerns, meint Christian Heintz“, Vorstandsmitglied der JUSOS-Duisburg.

Laut einem Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums gibt es Hinweise darauf, dass Nokia die an die öffentlichen Fördermittel gebundenen Dauerarbeitsplätze in den Jahren 2002 bis 2005 um 200 bis 400 unterschritten hat. Dabei geht es seiner Aussage zufolge um Subventionen in einer Größenordnung von rund 40 Millionen €. Nokia streicht somit Unmengen von Fördermitteln ein, hält sich aber nicht an die vereinbarten Spielregeln. Dies ist aus Sicht der Duisburger JUSOS absolut unmenschlich und völlig inakzeptabel. "Es kann nicht sein, dass der Konzern offensichtlich nur den Subventionen hinterherläuft und die Beschäftigten vor Ort im Stich lässt, wenn es nichts mehr zu holen gibt", so Benedikt Falszewski, Vorsitzender der Duisburger JUSOS.

Außerdem kritisieren die JUSOS-Duisburg die unfaire Informationspolitik der Konzernleitung. „Eine derart schlechte Informationspolitik gehört sich einfach nicht. Es ist schon ziemlich unverschämt, wenn Arbeiterinnen und Arbeiter die Stilllegungspläne erst aus den Medien erfahren“, so Christian Heintz, weiter.

„Es gibt aus sozialmarktwirtschaftlicher Sicht keinen Grund, das Nokia-Werk in Bochum zu schließen. Daher fordern wir Nokia auf, diese Fehlentscheidung umgehend zu korrigieren und das Werk weiterhin zu betreiben. Des Weiteren fordern wir die Landesregierung auf, sollte Nokia nicht einlenken, zu prüfen, ob zumindest ein Teil der Fördergelder an das Land NRW zurückgeführt werden müssen“, so Benedikt Falszewski, weiter.