JUSOS: Begabtenförderung wird das Akademikerproblem in Deutschland nicht lösen

Vor einigen Tagen stellte der nordrhein-westfälische Innovationsminister Andreas Pinkwart der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) sein Modell zum Aufbau eines nationalen Stipendiensystems vor. Hier sollen, als Ergänzung zu dem an sozialen Kriterien orientierten BAföG, Stipendien an Begabte vergeben werden. Das Land stelle hierfür 8,6 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus sollen die Hochschulen laut Minister Pinkwart private Mittel aus der Wirtschaft einwerben, die das Land in gleicher Höhe zu einem monatlichen Stipendium von jeweils 300 Euro ergänzt.

Die Duisburger JUSOS begrüßen jede Möglichkeit, jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen. Allerdings sehen die JUSOS die Pläne von Minister Pinkwart als unzureichend an. „Die Begabtenförderung ist zwar als erster Schritt sehr löblich, allerdings reicht diese bei weitem nicht aus. Damit jeder junge Mensch in der Lage ist ein Studium aufzunehmen, bedarf es vielmehr einer Förderung in der Breite. Hierzu müsste das BAföG elternunabhängig vergeben werden. Familien aus der unteren Mittelschicht haben es beispielsweise sehr schwer, mehreren Kindern ein Studium zu finanzieren“, so Jacqueline Hylas, Vorstandsmitglied der Duisburger JUSOS.

Die JUSOS-Duisburg gehen sogar noch einen Schritt weiter. In ihrem Bildungspapier fordern die JUSOS ein völlig kostenfreies Bildungssystem, das auch den Hochschulsektor beinhaltet. „Wenn es dem Bund, aber insbesondere den Ländern gelänge jedem jungen Menschen, unabhängig von seiner Herkunft und seinen finanziellen Ressourcen ein Studium zu ermöglichen, würde sich dies äußerst positiv auf den Industriestandort Deutschland auswirken. Hierzu müssten allerdings unter anderem auch die in Nordrhein-Westfalen durch die schwarz-gelbe Landesregierung eingeführten Studiengebühren ab dem 1.Semester wieder abgeschafft werden. Wir lehnen Studiengebühren in jeglicher Form prinzipiell ab“, so Benedikt Falszewski, Vorsitzender der Duisburger JUSOS.

Es bleibt abzuwarten, welchen Weg Bund und Länder beschreiten werden, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Aus Sicht der Duisburger JUSOS müssen jedoch schnell Lösungen gefunden, damit die Bildungsungerechtigkeit im Hochschulsektor nicht noch mehr Schaden verursacht.