Duisburger JUSOS: Fauler Kopfnotenkompromiss

Letzte Woche verständigte sich die schwarz-gelbe Landesregierung mit Schulministerin Barbara Sommer darauf, nur noch drei der bisher sechs Kopfnoten auf den Zeugnissen zu vermerken. Die Noten für das Sozialverhalten, die Leistungsbereitschaft und die Zuverlässigkeit sollen erhalten bleiben.

Die Duisburger JUSOS sehen hier jedoch nur einen krampfhaften Versuch der schwarz-gelben Koalition, die unfairen Kopfnoten weiter beizubehalten und fordern deshalb, wie bereits im Januar, eine schnelle und dauerhafte Abschaffung der Kopfnoten. „Schulministerin Sommer proklamiert, dass durch die Reduzierung der Kopfnoten, die Benotung der Schülerinnen und Schüler an Eindeutigkeit, Vergleichbarkeit und Transparenz gewinnt. Dies ist absoluter Unfug“, so Jacqueline Hylas, Finanzreferentin der Duisburger JUSOS. „Schließlich ändert sich mit der Reduzierung der Kopfnoten nicht das unfaire Bewertungssystem. Die Bewertungsgrundlage ist und bleibt die selbe“, so Hylas weiter.

Darüber hinaus bemängelt der SPD-Nachwuchs die negativen Konsequenzen der Kopfnoten für die Schülerinnen und Schüler nach ihrer Schullaufbahn. „Wenn im Abschlusszeugnis bzw. dem Zeugnis mit dem man sich bewirbt, schlechte Kopfnoten vermerkt sind, mindert das die Chancen von Schulabgängern auf dem Arbeitsmarkt. Betriebe werden bevorzugt Bewerber mit guten Noten im Sozialverhalten, in der Zuverlässigkeit und der Leistungsbereitschaft einstellen. Die subjektiven Kopfnoten werden demnach als Differenzierungskriterium in der Arbeitswelt weiter Fuß fassen, wenn dem ganzen Verfahren kein Einhalt geboten wird. Es darf einfach nicht sein, dass jungen Menschen ein erfolgreiches Berufsleben aufgrund von schlechten nichtssagenden Ziffernoten erschwert wird. Es ist während der Schullaufbahn sicherlich sinnvoll, den Schülern regelmäßig Rückmeldungen z.B. über ihr Sozialverhalten zu geben. Diese sollten allerdings eher in Form von ausführlichen schriftlichen und damit aussagekräftigen Beurteilungen in Verbindung mit persönlichen Gesprächen, an denen Lehrer, Schüler und Eltern teilnehmen, erfolgen. Des Weiteren dürfen auch derartige Beurteilungen nicht Teil des Abschlusszeugnisses sein“, so Benedikt Falszewski, Vorsitzender der JUSOS-Duisburg.