JUSOS-Duisburg unterstützen bildungspolitische Positionen des Jugendparlamentes

Auf seiner gestrigen Sitzung hat das Jugendparlament (JuPa) erste Beschlüsse für ein Positionspapier zum Thema Bildungspapier gefasst. „Wir unterstützen die bildungspolitischen Forderungen des JUPA ausdrücklich. Man kann sogar sagen, sie sprechen uns aus der Seele, denn sie stimmen mit unseren eigenen Forderungen für die nordrhein-westfälische Bildungslandschaft fast zu 100 Prozent überein“, so Benedikt Falszewski, Vorsitzender der JUSOS-Duisburg.

In ihrem Positionspapier zum Thema „Bildungsgipfel“ beziehen die Jungparlamentarier ganz klar Stellung gegen die Bildungspolitik der schwarz-gelben Landesregierung. So sprechen sie sich gegen Kopfnoten in Form von Ziffernoten aus und fordern in diesem Zusammenhang die Abschaffung der Kopfnoten sowie die Förderung von Beurteilungen bei besonders positivem Verhalten unter dem bereits jetzt auf Zeugnissen vorhandenen Punkt „Bemerkungen“.

Hierzu erklärt Falszewski:
„Wir sind der Auffassung, dass die Einführung der Kopfnoten ein völliges Desaster ist. Neben den schädlichen Auswirkungen, die die Kopfnoten auf Abschlusszeugnissen für spätere Bewerbungen bei Arbeitgebern haben können, hat die schwarz-gelbe Landesregierung ein bürokratisches Monstrum geschaffen, gegen welches sich viele Lehrer, zu Recht, massiv zur Wehr setzen. Dass es so nicht weitergehen konnte, erkannte die Landesregierung nach erheblichem öffentlichem Druck ja dann auch kürzlich selber. Nur zieht sie leider nicht die richtigen Schlüsse aus der Schulpraxis. Anstatt ihren Irrtum einzusehen und die ungerechten Kopfnoten wieder abzuschaffen, reduzierte die Landesregierung lediglich deren Anzahl. Für dieses halbherzige Handeln ist insbesondere die Ideologie der CDU, übrigens nicht nur in Bildungsfragen, verantwortlich.“

Jacqueline Hylas, Finanzreferentin der Duisburger JUSOS ergänzt:
„Die CDU scheint der Auffassung zu sein, dass die bloße Bestrafung eines Schülers bei ungewünschtem Verhalten, durch eine schlechte Note ausreicht, um eine Besserung herbeizuführen. Dies sehen die Duisburger Jungsozialisten völlig anders. Unserer Meinung nach muss das Fehlverhalten in einem ersten Schritt klar benannt und dessen Gründe ausführlich erörtert werden. In einem zweiten Schritt muss dann gemeinsam mit dem Schüler an einer Lösung des Problems gearbeitet werden. Denn die Erfahrungen aus der Praxis, nicht nur an Schule, zeigen eindeutig, dass es mit bloßer Bestrafung nicht getan ist.“

Ein weiteres Anliegen des JUPA ist die Abschaffung des „G8-Konzeptes“ der CDU geführten Landesregierung zur Schulzeitverkürzung. „Durch die Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien auf acht Jahre und dem Abitur nach Klasse zwölf, ist es für Schüler anderer Schulformen eigentlich gar nicht mehr möglich von der Haupt- bzw. der Realschule auf das Gymnasium zu wechseln, da die Schüler eines Gymnasiums aufgrund der verkürzten Schulzeit schon nach kurzer Zeit viel weiter im Stoff sind als ihre Altersgenossen. Durch die verkürzte Schulzeit hat sich auch Selektionsdruck an Gymnasien erheblich verschärft. Da die Schüler den gleichen Stoff wie vor Einführung von G8, aber in viel kürzere Zeit bewältigen müssen, werden viele Schüler den Stoff nur mit Mühe bewältigen können. Auch hier klagen die Eltern bereits zu Recht. Wer sich eine teure Nachhilfe leisten kann, um den Stoff noch einmal genau aufzuarbeiten, ist hier klar im Vorteil, meint Falszewski in diesem Zusammenhang.
Ferner fordern die Jungparlamentarier eine Verlängerung der Grundschulzeit, sowie die Wiedereinführung der Drittelparität in Bezug auf die Zusammensetzung der Schulkonferenzen.

„Auch diesen beiden Forderungen stimmen wir vorbehaltlos zu. Denn auch wir sind der Auffassung, dass längeres gemeinsames Lernen mehr als förderlich sowohl für die Entwicklung der schulischen als auch der sozialen Kompetenzen eines Schülers, ist. Dies beweisen nicht zuletzt die skandinavischen Länder immer wieder aufs Neue. Neben der Verlängerung der Schulzeit im Rahmen einer Gemeinschaftsschule bis einschließlich zur zehnten Klasse, muss die individuelle Förderung der Schüler, insbesondere was ihre naturgegebenen Talente angeht, massiv ausgebaut werden, um nahezu jedem Jugendlichen einen guten Schulabschluss zu ermöglichen. Hierzu sind nämlich viel mehr Schüler in der Lage, wenn man sie nicht schon nach der vierten Klasse aufs Abstellgleis schiebt. In diesem Zusammenhang muss man sich zwangsläufig fragen, warum das nur in Deutschland wieder mal nicht gehen soll? Hier sind die Kinder und Jugendlichen mit Sicherheit nicht dümmer als in Finnland“, so Falszewski weiter.

Bezüglich der Drittelparität erklärt Jacqueline Hylas:
„Auch wir sind natürlich für die Wiedereinführung der von der rot-grünen Landesregierung vor einigen Jahren eingeführten Drittelparität bei Schulkonferenzen. Denn im Gegensatz zu CDU und FDP, die die Drittelparität in ihrer jetzigen Legislaturperiode wieder abschafften, trauen wir den Schülern durchaus zu, sinnvoll und überlegt an den Entscheidungen der Konferenzen mitzuwirken. Wenn wir von den Jugendlichen mehr Verantwortung in allen Lebensbereichen verlangen, sollten wir ihnen gleichzeitig, auch in der Schule, ein entsprechendes Mitspracherecht einräumen. Alles andere ist Heuchelei.“